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Demografische Entwicklung – Herausforderung für ein neues Jahrzehnt

Die Arbeitswelt von morgen sieht deutlich anders aus als die von heute

Sich mit der Zukunft der Arbeit zu beschäftigen ist eine große und wichtige Aufgabe für die Politik ebenso wie für Unternehmen und Mitarbeiter, die die Welt von morgen bewusst mitgestalten wollen. Deshalb möchten wir Sie zu einer Reise in die nahe Zukunft einladen und zu einem Dialog darüber, wie wir uns als Bevölkerung entwickeln werden.

Um ein Bild von der Zukunft der Arbeit zu entwerfen, gilt es, die frühen Anzeichen der Veränderungen im Heute zu erkennen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wird die Arbeitswelt in Zukunft stark durch die Bevölkerungsentwicklung und der weltweit zunehmenden wirtschaftlichen Vernetzung, der Globalisierung, geprägt sein.

Fast alle Länder Europas haben eines gemeinsam:

Wir Europäer werden älter und in vielen Ländern, absolut gesehen, auch weniger.

Grund dafür ist zum einen eine sehr hohe, voraussichtlich weiter steigende, Lebenserwartung. Zum anderen sinkende Geburtenraten. Die durchschnittliche Kinderzahl liegt fast überall in Europa auf einem historischen Tiefstand.

 

Die veränderte Dynamik der Familienbildung

Den Ergebnissen der Allianz Demographic-Pulse-Studie zufolge, gab es bereits 2010 zum ersten Mal in der EU deutlich weniger Berufseinsteiger als Ruheständler. Rund 28,6 Millionen Jugendliche (15-20 Jahre) stehen ca. 28,8 Millionen Menschen im Alter zwischen 60 und 65 Jahre gegenüber. Das ergibt rein rechnerisch eine Differenz von gut 200.000 – Tendenz steigend.

„Mit dem Übergang der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand wird die Nachwuchslücke in den kommenden Jahren kontinuierlich größer werden und bis zum Jahr 2030 sogar auf 8,3 Millionen anwachsen“, erklärt Prof. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter Unternehmensentwicklung der Allianz.

Die nachfolgende Grafik zeigt es klar und deutlich: in den nächsten Jahrzehnten wird die Zahl der 60- bis 64-Jährigen, im Vergleich zu den Schulabgängern zwischen 15- und 19-Jährige, sehr stark ansteigen. Eine große Lücke zwischen Erwerbspersonal im Pensionsalter und Schulabgängern in der Europäischen Union ist die Folge.

Für den Arbeitsmarkt ist diese Entwicklung ein sehr wichtiges Signal. Die geburtenstarke Generation, geboren Mitte der 40er und 60er Jahre, geht in Pension. Gleichzeitig werden weniger Jugendliche und junge Erwachsene mit frisch erworbenem Wissen ins Berufsleben eintreten. Das Erwerbspersonenpotenzial beginnt unauffällig, aber unwiederbringlich schnell zu schrumpfen. Dies wird dem Wirtschaftsstandort Europa ein Qualifikationsproblem bescheren.

 

Wachstum entwickelt sich nicht länger „automatisch“

Analysen zeigen, dass trotz Nachwuchslücke die Gesamtbeschäftigung, absolut gesehen, in der EU-25 noch bis 2017 weiter zunehmen wird. Grund für die Zunahme der Beschäftigung bis 2017 ist folgender:

Während die „traditionellen“ Arbeitnehmer weniger werden, drängen neue Gruppen auf den Arbeitsmarkt. Studien zeigen deutlich, dass die Frauenerwerbsquote europaweit steigen wird und auch die Beteiligung der älteren Arbeitnehmer zeigt einen klaren Aufwärtstrend. Ältere Mitarbeiter wollen (und müssen zum Teil) länger und mehr arbeiten.

Laut europäischen Statistikamt Eurostat wird sich diese Entwicklung ab 2017 aber dramatisch ändern. Ab 2017 werden wir dann eine Abnahme des Beschäftigungslevels sehen, mit weitreichenden Folgen: Wachstum entwickelt sich nicht länger „automatisch“. Um Zuwächse zu erzielen, werden Unternehmen auf eine drastische und qualitative Steigerung der Produktivität angewiesen sein.

 

Attraktiver Arbeitgeber der Zukunft

Auch wenn die Richtung schon vorgegeben ist – richtig sichtbar wird die demografische Entwicklung in vielen Ländern erst in einigen Jahren werden. Trotzdem und gerade deswegen besteht in einzelnen Regionen und speziell bei Klein- und Mittelbetrieben, schon heute dringender Handlungsbedarf. Für erfolgreiche und zukunftsfähige Unternehmen ist es wichtig die Entwicklung unserer Bevölkerung wahrzunehmen und die dadurch entstehenden Risiken abzufedern. Viele Organisationen starten schon heute mit umfangreichen Maßnahmen wie zum Beispiel gezielter Aufbau altersgemischter Teams und Neustrukturierung der Personalbeschaffung. Zukunftsfähige Unternehmen unterstützen die bewusste Förderung potenzieller Mitarbeiter wie Frauen oder Arbeitsmigranten. Ebenso bieten Unternehmen spezielle Programmen zur (Re-) Integration älterer Mitarbeiter an.

 

Die demografische Entwicklung in Österreich

Obwohl schon lange bekannt, scheint die Bevölkerungsentwicklung für viele Unternehmen eine Überraschung zu sein. „Es ist schon interessant, wie langsam die Wirtschaft reagiert“, sagt Wolfgang Tritremmel, Bereichsleiter Arbeit und Soziales bei der Industriellenvereinigung. „Wie kann ich mit einer immer älter werdenden Mannschaft die Produktivität meines Betriebes aufrechterhalten und wettbewerbsfähig bleiben? Diese Frage sollte jeden Arbeitgeber beschäftigen denn nur jene Unternehmen, die rasch beginnen, die Hebel an der richtigen Stelle anzusetzen, werden erfolgreich bleiben“, sagt Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des AMS Österreich.

Laut Allianz Demographic-Pulse-Studie ist es in Österreich bereits 2015 soweit. Erstmals wird es weniger Berufseinsteiger als Ruheständler geben wird. „Während im EU-Durchschnitt gut 1/3 aller Personen zwischen 60 und 64 Jahren erwerbstätig ist, arbeitet in Österreich nur 1/5 in dieser Altersklasse“, erklärt Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Österreich-Tochter der Allianz. Am wichtigsten sei es, mit zahlreichen Vorurteilen aufzuräumen, die älteren Arbeitnehmern oft gegenüber bestünden. Arbeit unter guten Bedingungen gibt dem Leben sehr viel Sinn und ist bereichernd für Jung und Alt. Erfolgreiche und zukunftsfähige Unternehmen lernen aus diesem Grund schon heute, wie man auf die demografische Entwicklung reagiert und welche Maßnahmen man setzen kann um die dadurch entstehenden Risiken abzufedern.

Weitere Details zur Entwicklung der österreichischen Bevölkerung und Prognosen für Ihre Region finden Sie unter folgendem Link:

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/demographische_prognosen/index.html

 

Die Bevölkerungsentwicklung in Österreich

Geburten und Sterbefälle 1951 – 2050 in Österreich

Quelle: Statistik Austria

 

Die demografische Entwicklung in Deutschland

Auch Deutschland wird immer älter. Statistiken zeigen dass im Jahr 2050 doppelt so viele ältere wie jüngere Menschen in Deutschland leben werden. Zur Bevölkerung im Erwerbsalter von 20 bis 64 Jahren gehörten im Jahr 2010 ca. 50 Millionen Menschen. Im Jahr 2050 werden es – je nach Ausmaß der Zuwanderung – ca. 25% weniger sein. Ein knappes Drittel der Bevölkerung in 2050 wird 65 Jahre oder älter sein.

Quelle: KircherBurkhardt GmbH

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